# Gehörlos oder schwerhörig in Berlin: Leitfaden für den Alltag

> Quelle: https://mobil-in-berlin.de/guide-hoerbehinderung-berlin/
> Aktualisiert: 2026-08-23T13:36:11+00:00

Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit sind unsichtbar. Genau das macht sie im Alltag schwierig: Wer nicht hört, sieht man niemandem an, also wird weitergeredet, gerufen und geklingelt, als wäre alles wie immer. Dieser Leitfaden sammelt, was in Berlin hilft und was bei einer Fahrt zählt.

## Merkzeichen und Nachteilsausgleiche

Für gehörlose Menschen ist das Merkzeichen **Gl** vorgesehen, für Taubblindheit gibt es zusätzlich **TBl**. Beantragt wird der Ausweis beim [Versorgungsamt beim LAGeSo](https://www.berlin.de/lageso/behinderung/schwerbehinderung-versorgungsamt/).

Häufig kommt das Merkzeichen **B** hinzu, das die Notwendigkeit ständiger Begleitung bescheinigt. Wer B hat, nimmt eine Begleitperson im Nahverkehr kostenfrei mit. Bei uns fährt eine Begleitperson ohnehin immer kostenfrei mit.

Ein Anspruch, der oft übersehen wird: Für Behördengänge, Arzttermine und Gerichtsverfahren besteht Anspruch auf Gebärdensprachdolmetschung. Die Kosten trägt je nach Anlass der Leistungsträger, bei Arztterminen in der Regel die Krankenkasse.

## Beratung und Vernetzung

- [Deutscher Gehörlosen-Bund](https://www.gehoerlosen-bund.de/), Interessenvertretung mit Informationen zu Rechten und Dolmetschleistungen
- [Deutscher Schwerhörigenbund](https://www.schwerhoerigen-netz.de/), für Menschen mit Hörresten, Hörgeräten und Implantaten
- [Taubenschlag](https://www.taubenschlag.de/), seit Jahrzehnten gewachsenes Portal der Gehörlosengemeinschaft
- [Familienratgeber](https://www.familienratgeber.de/) der Aktion Mensch, mit Adressen vor Ort

## Was bei einer Fahrt anders läuft

Die Fahrt selbst ist unproblematisch. Schwierig sind die Ränder: die Ankündigung, die Übergabe, kurzfristige Änderungen.

- **Wir schreiben statt anzurufen.** Sagen Sie uns, ob wir per SMS, per Nachricht oder E-Mail Bescheid geben sollen. Ein unbeantworteter Anruf ist keine verpasste Nachricht, sondern eine, die nie ankam.
- **Wir kündigen die Ankunft schriftlich an**, statt an der Tür zu klingeln und zu warten. Wer eine Lichtklingel hat, sagt uns das am besten vorher.
- **Wir sprechen im Fahrzeug von vorn und mit Blickkontakt**, nicht über die Schulter. Für Menschen, die vom Mund ablesen, entscheidet das darüber, ob Kommunikation überhaupt möglich ist.
- **Wir schreiben mit, wenn es wichtig wird.** Ein Zettel oder das Telefon reichen. Wichtige Absprachen gehören nicht ins Ungefähre.
- **Änderungen kommen schriftlich.** Verspätet sich etwas, schicken wir eine Nachricht, statt anzurufen und aufzulegen.

Wenn Dolmetschung beim Zieltermin organisiert ist, sagen Sie uns die Uhrzeit dafür. Dolmetschtermine sind meist knapp getaktet, eine Verspätung kostet dort mehr als anderswo.

## Anfragen ohne Telefon

Unser [Anfrageformular](/fahrt-anfragen/) ist der Weg, der ohne Sprechen funktioniert. Sie können darin auch vermerken, dass Rückmeldungen schriftlich kommen sollen. Wir halten das in der Akte fest, damit es nicht bei jedem Termin neu erklärt werden muss.

Wie eine Fahrt bei uns abläuft, steht auf [Behindertenfahrdienst Berlin](/leistungen/behindertenfahrdienst/). Welcher Kostenträger für welche Fahrt zuständig ist, klärt [Wer zahlt den Fahrdienst?](/kostenuebernahme/)

## Weiterlesen bei anderen Stellen

Diese Stellen arbeiten unabhängig von uns. Bei Zweifeln gilt deren Auskunft, nicht unsere Zusammenfassung.

- [Deutscher Gehörlosen-Bund](https://www.gehoerlosen-bund.de/), zu Dolmetschleistungen und Rechten
- [LAGeSo Berlin](https://www.berlin.de/lageso/behinderung/), Ausweis und Sonderfahrdienst
- [einfach-teilhaben.de](https://www.einfach-teilhaben.de/), Portal des Bundesarbeitsministeriums

*Stand: August 2026. Diese Übersicht ersetzt keine Beratung durch Ihren Kostenträger oder einen Fachverband.*
