# Sonderfahrdienst Berlin: was er leistet und wo seine Grenzen liegen

> Quelle: https://mobil-in-berlin.de/sonderfahrdienst-berlin/
> Aktualisiert: 2026-08-23T14:10:23+00:00

Der Sonderfahrdienst des Landes Berlin, den viele noch unter dem alten Namen Telebus kennen, ist für Menschen mit schwerer Mobilitätseinschränkung eine der wichtigsten Einrichtungen der Stadt. Er ist günstig, er ist verlässlich, und er wird trotzdem oft missverstanden. Dieser Beitrag erklärt, was er leistet, was er ausdrücklich nicht leistet, und wann ein privater Fahrdienst die bessere Wahl ist.

## Was der Sonderfahrdienst ist

Das Land Berlin bezuschusst Fahrten für Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen können. Organisiert wird der Dienst über einen beauftragten Betreiber, abgerechnet wird über das Landesamt für Gesundheit und Soziales, kurz LAGeSo. Für die Fahrgäste bleibt ein Eigenanteil, der bewusst niedrig gehalten ist.

Der Eigenanteil steigt mit der Zahl der Fahrten im Monat: Die ersten acht Fahrten kosten 2,05 Euro, die Fahrten neun bis sechzehn 5,00 Euro, ab der siebzehnten Fahrt werden 10,00 Euro fällig. Eine Begleitperson fährt kostenfrei mit. An diesen Preisen kommt kein privater Anbieter vorbei, und das ist auch nicht das Ziel.

## Wer ihn nutzen darf

Berechtigt sind Menschen mit einer schweren Mobilitätsbeeinträchtigung, in der Regel nachgewiesen über das Merkzeichen aG, Bl oder H im Schwerbehindertenausweis oder über eine vergleichbare Einschränkung. Die Berechtigung beantragen Sie beim LAGeSo, nicht beim Fahrdienst selbst.

Was die Merkzeichen im Einzelnen bedeuten und welche Ansprüche sie außerdem auslösen, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt: [Merkzeichen aG, Bl und H: was dahintersteckt](/merkzeichen-ag-bl-h/).

## Die vier Grenzen, an die Nutzer regelmäßig stoßen

### 1. Nur Freizeitfahrten

Der Sonderfahrdienst ist für Fahrten im Rahmen der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gedacht. Also Besuche, Einkäufe, Kultur, Vereinsleben, Behördengänge. Er ist ausdrücklich **kein Krankentransport**. Fahrten zu einer ambulanten Behandlung, zur Dialyse oder zur Bestrahlung gehören nicht dazu, dafür ist die Krankenkasse zuständig.

Das führt regelmäßig zu Missverständnissen, weil beide Fahrten äußerlich gleich aussehen: dasselbe Fahrzeug, dieselbe Rampe, derselbe Weg. Der Unterschied liegt allein im Zweck und damit im Kostenträger. Wie die Abrechnung bei Behandlungsfahrten läuft, steht in unserem Beitrag zur [Verordnung auf Muster 4](/verordnung-muster-4/).

### 2. Das monatliche Kontingent

Die Zahl der bezuschussten Fahrten pro Monat ist begrenzt. Wer viel unterwegs ist, hat sein Kontingent gegen Monatsende ausgeschöpft. Danach bleibt entweder warten oder selbst zahlen.

### 3. Voranmeldung

Fahrten müssen vorbestellt werden, und beliebte Zeiten sind früh ausgebucht. Freitagnachmittag, Samstagvormittag und die Stunden rund um Feiertage sind erfahrungsgemäß am schwierigsten. Spontan geht selten etwas.

### 4. Keine Fahrten außerhalb Berlins

Der Dienst endet an der Stadtgrenze. Wer nach Potsdam, Falkensee oder Bernau will oder zu einer Reha-Klinik in Brandenburg muss, braucht eine andere Lösung.

## Wann ein privater Fahrdienst sinnvoll ist

Aus den vier Punkten ergibt sich, wann sich ein Anruf bei einem privaten Anbieter lohnt:

- wenn die Fahrt zu einer Behandlung geht und über die Krankenkasse läuft
- wenn das Kontingent aufgebraucht ist, der Termin aber trotzdem stattfindet
- wenn es kurzfristig sein muss
- wenn das Ziel außerhalb Berlins liegt
- wenn regelmäßige Fahrten anstehen, etwa zur [Werkstatt](/leistungen/werkstattfahrten/) oder zur [Förderschule](/leistungen/schuelerbefoerderung/), die ohnehin über einen anderen Kostenträger laufen

Für alles andere ist der Sonderfahrdienst die günstigere Wahl, und wir raten niemandem davon ab. Es ist eine gute Einrichtung, die vielen Menschen in dieser Stadt Teilhabe ermöglicht.

## Beides nebeneinander nutzen

In der Praxis machen es viele so: Der Sonderfahrdienst deckt die Freizeit ab, ein privater Fahrdienst übernimmt die Behandlungstermine und die Wege, die aus dem Raster fallen. Das eine schließt das andere nicht aus.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Ihre Fahrt der richtige ist, rufen Sie uns an. Wir sagen Ihnen auch dann, wo Sie richtig sind, wenn die Antwort lautet: beim Sonderfahrdienst. [Fahrt anfragen](/fahrt-anfragen/) oder direkt [0172 7575015](tel:+491727575015).

## Weiterlesen bei anderen Stellen

Diese Stellen arbeiten unabhängig von uns. Bei Zweifeln gilt deren Auskunft, nicht unsere Zusammenfassung.

- [LAGeSo Berlin, Bereich Behinderung](https://www.berlin.de/lageso/behinderung/), Berechtigung und aktuelle Eigenanteile
- [Berliner Behindertenverband](https://www.bbv-ev.de/), Selbstvertretung mit Beratung

*Stand: August 2026. Eigenanteile und Regeln des Sonderfahrdienstes können sich ändern. Verbindlich sind die Angaben des LAGeSo.*
