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Lernschwierigkeiten und Mobilität: Leitfaden für Alltag und Arbeitsweg

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Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einer geistigen Behinderung sind ein großer Teil unserer Fahrgäste, vor allem auf den täglichen Wegen zur Werkstatt und zur Tagesförderstätte. Dieser Leitfaden richtet sich an sie selbst, an Angehörige und an Betreuende.

Was für den Weg wichtig ist

Verlässlichkeit schlägt Tempo. Wer jeden Morgen dieselbe Person am Steuer sieht, denselben Platz hat und denselben Ablauf erlebt, startet ruhiger in den Tag. Umgekehrt kann ein unangekündigter Fahrerwechsel oder eine andere Route den ganzen Vormittag prägen.

Deshalb setzen wir feste Fahrerinnen und Fahrer auf feste Touren und kündigen Vertretungen an, wenn sie sich nicht vermeiden lassen. Und wir notieren die Dinge, die zählen: der Platz vorn rechts, kein Radio, erst anschnallen und dann losfahren, die Begleitperson an der Haustür. Das steht bei uns in der Tourenakte, nicht im Gedächtnis einer einzelnen Person.

Selbstbestimmung, auch im Auto

Ein Punkt, der uns wichtig ist: Wir sprechen mit unseren Fahrgästen, nicht über sie hinweg mit der Begleitperson. Wer mitfährt, entscheidet mit, ob das Fenster aufgeht und ob Musik läuft. Das klingt selbstverständlich und ist es im Alltag oft nicht.

Menschen mit Lernschwierigkeiten sind Fahrgäste, nicht Beförderungsgegenstände. Diese Haltung entscheidet mehr über die Qualität einer Fahrt als jede Fahrzeugausstattung.

Der Weg zur Arbeit und wer ihn bezahlt

Fahrten zur Werkstatt für behinderte Menschen und zur Tagesförderstätte gehören zur Teilhabe am Arbeitsleben und werden über die Eingliederungshilfe finanziert, zuständig sind die Teilhabefachdienste.

Eine Berliner Besonderheit ist dabei wichtig: Für diese Beförderungsleistungen bestehen keine Rahmenverträge. Die Vereinbarung läuft unmittelbar zwischen dem Fahrdienst und der Person, die gefahren wird. Das heißt in der Praxis: Sie dürfen den Fahrdienst aussuchen und auch wechseln. Viele wissen das nicht und glauben, sie seien einem zugewiesenen Anbieter ausgeliefert.

Wie eine Werkstatttour abläuft, steht auf Werkstattfahrten. Die Übersicht über alle Kostenträger finden Sie unter Wer zahlt den Fahrdienst?

Freizeit ist genauso wichtig wie Arbeit

Teilhabe endet nicht am Werkstatttor. Für Freizeitfahrten innerhalb Berlins gibt es den Sonderfahrdienst des Landes, der günstig ist und eine Begleitperson kostenfrei mitnimmt. Die Berechtigung beantragen Sie beim LAGeSo.

Wenn das monatliche Kontingent aufgebraucht ist oder es kurzfristig sein muss, springen wir ein.

Wo es Beratung und Unterstützung gibt

Kurz und einfach: eine Fahrt bestellen

Sie können bei uns anrufen. Die Nummer ist 0172 7575015.

Sagen Sie uns:

  • Wie Sie heißen.
  • Wo wir Sie abholen sollen.
  • Wohin Sie möchten.
  • Wann Sie da sein müssen.

Sie müssen nicht wissen, wer die Fahrt bezahlt. Das finden wir gemeinsam heraus. Wenn Sie lieber schreiben, können Sie das Formular benutzen.

Stand: August 2026. Die verlinkten Stellen beraten unabhängig von uns.